Das Land Mosambik

Mosambik ist ein großes Land (801.600 qkm, zum Vergleich Deutschland: 357.000 qkm) an der Südostküste Afrikas. Im Südwesten grenzt es an Südafrika und Swasiland, im Westen an Simbabwe und Sambia und im Norden an Malawi und Tansania. Die Hauptstadt des Landes, Maputo, liegt ganz im Süden.

Etwa 40% der Einwohner Mosambiks sind Christen. Beira, die Hauptstadt der Provinz Sofala, ist gleichzeitig Bischofssitz des Erzbistums Beira.

Unsere Verbindung dorthin

Seit dem Weltmissionssonntag 2001 haben wir Kontakt nach Mosambik. Der damalige Erzbischof von Beira, Jaime Pedro Gonçalvez, hatte uns nach der schlimmen Kriegszeit mit der Pfarrei „Maria Immaculata“ (Maria Unbefleckte Empfängnis) in Nhamatanda zusammengebracht. Lange Jahre haben wir diese Pfarrei finanziell unterstützt und hatten dabei Kontakt zu wechselnden Pfarrern.

Foto: privat

Der interaktivste war Pater Adelino Fernando Correia Fernandes (kurz: Pater Adelino), der uns nach dem Abschied aus Nhamatanda und einem Studium in Spanien in Dachau besuchte. Mittlerweile betreut er als Pfarradministrator die Pfarreien „Nossa Senhora Do Sameiro“ in Inhaminga und „São Pedro Apóstolo“ in Muanza.

Die katholische Mission Inhaminga

Die katholische Mission Inhaminga wurde in den Jahren 1955/1956 mit tatkräftiger Unterstützung von Arbeitern der Mosambik-Eisenbahn gegründet. Am 13. November 1956 wurde sie zur Pfarrei erhoben und den holländischen Patres der Congregação dos Sagrados Corações de Jesus e Maria (Kongregation der heiligen Herzen von Jesus und Maria, SSCC) übergeben.

Unter deren Leitung entstanden in den Folgejahren eine Kirche mit Pfarrzentrum und Räumlichkeiten zur Glaubensunterweisung, eine Pfarrer-Wohnung, ein Pfarrsaal, eine zur Pfarrei gehörende Schule, eine Wohnung für Ordensschwestern, ein Frauen-Wohnheim, eine Hauswirtschaftsschule sowie Häuser für Lehrer. In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Gläubigen in der Provinz Sofala kontinuierlich an.

Kurz nach der Entlassung Mosambiks in die Unabhängigkeit im Jahr 1975 entbrannte ein heftiger Bürgerkrieg, der erst 1992 mit dem Friedensabkommen von Rom endete. Während dieser Zeit erlitt die Evangelisierung große Rückschritte und ein Großteil der vorhandenen Infrastruktur wurde beschädigt oder gar zerstört.

Am 23. Februar 2014 wurden die Pfarreien „Nossa Senhora Do Sameiro“ in Inhaminga und „São Pedro Apóstolo“ in Muanza seitens der Kongregation SSCC an die Erzdiözese Beira übergeben und Pater Adelino als Pfarradministrator sowie Pater Augusto Abílio Pegessane als Pfarrvikar für beide Pfarreien eingesetzt.

Aktuelle Situation

Die Pfarrei „Nossa Senhora Do Sameiro“ in Inhaminga setzt sich aus 33 Gemeinden zusammen. Sie erstreckt sich von Norden nach Süden über 147 km und von Osten nach Westen über 109 km. Ihr Zentrum liegt 188 km vom Bischofssitz in Beira entfernt. Die Pfarrei „São Pedro Apóstolo“ in Muanza setzt sich aus 12 Gemeinden zusammen. Sie erstreckt sich von Norden nach Süden über 106 km und von Osten nach Westen über 174 km. Ihr Zentrum liegt 139 km vom Bischofssitz in Beira entfernt. Die Entfernung zwischen den Zentren beider Pfarreien beträgt 64 km. Um angesichts dessen regelmäßige Besuche der verstreuten Glaubensgemeinschaften mit Feier der Sakramente gewährleisten zu können, ist der Erwerb eines Fahrzeugs unverzichtbar.

Die Menschen in beiden Pfarreien sind sehr arm und leben zum Großteil von den Erträgen familiärer Landwirtschaft, die allerdings den klimatischen Bedingungen (z.B. Dürre) unterworfen ist. Aus kulturellen und finanziellen Gründen drängen die Eltern ihre Töchter mit Erreichen der Pubertät zu frühzeitigem Heiraten. Damit verringern sie zwar einerseits die Haushaltskosten, verursachen so aber andererseits den unter Frauen weit verbreiteten Analphabetismus (die Töchter verlassen sehr früh die Schule), fördern den Erwerb schwerer Krankheiten (z.B. AIDS) und die Polygamie, da Frauen als billige Arbeitskräfte gehalten werden.

Nur durch eine ständige Aus- und Weiterbildung wird es deshalb gelingen, ihnen die im aktuellen Hirtenplan der Erzdiözese verankerte Idee der finanziellen Selbstversorgung und Solidarität nahezubringen.

Besuch im Oktober 2018

Im Oktober 2018 hat uns Pater Adelino wieder besucht. Wir freuten uns, ihn hier für ein paar Tage willkommen zu heißen. Auch die kontaktierte missio-Mitarbeiterin freute sich, ihn bei seinem Besuch in München kennenzulernen und unsere Partnerschaft dabei auf zukunftsträchtige Füße zu stellen.

Bei einem Treffen mit unserer Pfarrjugend tauschte man sich über die Jugendarbeit hier und dort aus und sondierte die Möglichkeit einer Partnerschaft mit der Jugend in Inhaminga. Es wurden bereits E-Mail-Adressen ausgetauscht und vereinbart, über einen Englischlehrer Kontakt aufzunehmen.

Besuch in der Pfarrei St. Peter und bei missio im Oktober 2018, Fotos: Pater Adelino

Projekte

Renovierung der Kirche in Inhaminga

Die Kirche in Inhaminga war 1956 errichtet und seitdem nie renoviert worden. Mit finanzieller Unterstützung zweier Sponsoren aus Portugal und Spanien sowie einer Menge Eigenleistung konnte sie wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt werden.

Die Kirche in Inhaminga nach Abschluss der Renovierungsarbeiten im Jahr 2018, Fotos: Pater Adelino

Verbesserung der Trinkwasserversorgung

Zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung von Inhaminga konnte die Pfarrei St. Peter im Jahr 2016 eine neue Wasserpumpe beisteuern. Die Finanzierung erfolgte über zweckgebundene Spenden von Privatpersonen, Erlöse aus dem Fastenessen am Misereorsonntag und der Nikolausaktion sowie zweckgebundene Rücklagen aus der Altpapiersammlung der Pfarrjugend.

Verbesserung der Trinkwasserversorgung mit der neuen Wasserpumpe aus der Pfarrei St. Peter, Fotos: Pater Adelino

Die Versorgung der Menschen in Inhaminga mit preisgünstigem Trinkwasser wird jedoch durch die hohen Stromkosten für den Betrieb der neuen Wasserpumpe und den schlechten Zustand der Wassertanks erschwert. Zur Sicherstellung der Stromversorgung könnte der Einsatz von Solarzellen eine sinnvolle Alternative darstellen.

Sportausrüstung für die örtlichen Fußballmannschaften

Für die örtlichen Jugendlichen stellt Fußball eine enorme Gemeinschaft stiftende Aktivität dar. Angesichts ihrer Begeisterung für Benfica Lissabon und den FC Porto gelang es durch die finanzielle Unterstützung eines portugiesischen Sponsors rote und blaue Trikots und Fußballschuhe in den gewünschten Größen zu besorgen – ein voller Erfolg.

Fußballbegeisterung in der örtlichen Jugend, Fotos: Pater Adelino

Schaffung einer Kindertagesstätte

Dieses Projekt ist zwar teuer aber langfristig angelegt und zukunftsorientiert. Die Ernährung der Kinder basiert heute im Wesentlichen auf Maismehl und birgt große Risiken von Falsch- und Mangel-Ernährung. Tagsüber, während die Eltern auf dem Feld arbeiten oder sonstigen Geschäften nachgehen sind sie meist sich selbst überlassen. Mit der Schaffung einer Kindertagesstätte entstünde die Möglichkeit, zur Verbesserung ihrer Ernährungssituation beizutragen, ihnen eine hochwertige Ausbildung zu bieten und schon früher mit ihrer christlichen Glaubensunterweisung zu beginnen.

Seitens der Pfarrei St. Peter haben wir vor, Pater Adelino bei der Realisierung dieses Projekts nach Kräften zu unterstützen.


Quelle: Pe. Adelino Fernando Correia Fernandes, „Informe Geral sobre as Paróquia de Inhaminga e Muanza, Arquidiocese da Beira, Moçambique, Outubro 2018“
Übersetzung: Peter Schrottenloher, bearbeitet von Wolfgang Sturm