Abschiedsgeschenk: Verwaltungsleiter Florian Preißer (rechts) und Pfarrgemeinderätin Konstanze Pfeiffer überraschten Pfarrer Heinrich Denk zum Abschied mit Blumen und einem Opern-Abo. Foto: sim © sim

„Ich sage von ganzem Herzen Vergelt’s Gott.“ Sichtlich bewegt verabschiedete sich Pfarrer Heinrich Denk am Sonntag mit einem feierlichen Gottesdienst von seinem Pfarrverband Dachau – Hl. Kreuz und St. Peter, nachdem er aus gesundheitlichen Gründen bei Kardinal Reinhard Marx im vergangenen Jahr um seine Entpflichtung gebeten hatte (wir berichteten).

Voll besetzt war die Kirche von Hl. Kreuz. Beide Pfarreien hatten den Gottesdienst zusammen gestaltet, viele Ministranten, beide Kirchenmusiker, Norbert Engelbrecht für Hl. Kreuz und Gabriele Schneider für St. Peter, hatten mit ihren Chören ein wunderbares musikalisches Programm für den scheidenden Seelsorger zusammengestellt. Und Gabriele Schneider hatte Pfarrer Denk dazu einen „Herzenswunsch“ erfüllt, wie Denk den Anwesenden am Ende des Gottesdienstes verriet. Mit ihrer wunderschönen Stimme begeisterte sie nicht nur Pfarrer Denk mit dem „Ave Verum“. Durch diesen Gottesdienst habe er sich beim Abschied „getragen gefühlt“, verriet der 65-jährige gebürtige Niederbayer, der zehn Jahre dem Pfarrverband vorstand und vor zwölf Jahren seine Pfarrstelle in Hl. Kreuz begonnen hatte.

Von der Kraft her ist nichts mehr gegangen

Denk betonte, dass er dankbar sei für seine Zeit in Dachau, er aber nun gemerkt habe, dass es „von der Kraft her nicht mehr gegangen“ sei. „Ich werde die menschlichen Kontakte immer in meinem Herzen tragen“, so Denk. Ihm sei es stets wichtig gewesen, eine innige Beziehung zwischen den Gläubigen und Jesus aufzubauen. Es sei die Aufgabe von Seelsorgern, dass Jesus in die „Herzen der Menschen kommen kann“.

Verwaltungsleiter Florian Preißer bedankte sich beim anschließenden Stehempfang im Pfarrheim für das Wirken Denks im Pfarrverband und überreichte ein Abo für die Staatsoper in München sowie dazugehörige Essensgutscheine. Dafür war von den Gemeindemitgliedern Geld gesammelt worden.

Nicht nur der Pfarrer, auch der Mensch wird vermisst

Zum Abschied waren auch Oberbürgermeister Florian Hartmann, die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki und der evangelische Pfarrer Björn Mensing gekommen. Hartmann betonte, dass er nicht nur den Pfarrer, sondern auch den Menschen Heinrich Denk vermissen werde. Und Mensing betonte vor allem die „gute, geschwisterliche Ökumene“. Der Pfarrverbandsratsvorsitzende Wolfgang Sturm sprach den Anwesenden ebenfalls mit seinen Worten aus dem Herzen. Denk habe den Gläubigen das Evangelium nähergebracht und zu einem „persönlichen, innigem Verhältnis zwischen uns und Jesus“ beigetragen.

Pfarrer Heinrich Denk hatte bereits seit rund zwei Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2021 hatte er seinen Posten als Dekan aufgegeben, dafür war Dr. Benjamin Gnan nachgerückt, der jetzt kommissarisch für den Pfarrverband Dachau – Hl. Kreuz und St. Peter zuständig ist. Dank ihm können nun auch die Gottesdienste besetzt werden. Während der gesamten Zeit, in der Denk seine Pflichten nicht mehr vollumfänglich wahrnehmen konnte, konnte sich der Pfarrverband immer auf das Team, bestehend aus den Gemeindereferenten Birgitta und Markus Grimm, Angelika Elsen-Heck, Diakon Stephan Kauschinger sowie den Kirchenmusikern, den Pfarrgemeinderäten, dem Pfarrbüro und den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern verlassen. Sie alle sorgten dafür, dass das Gemeindeleben reibungslos weiterlief.

Denk arbeitet jetzt als Pfarrvikar in einer Münchner Pfarrei. Dort ist er vor allem für die Feier der Heiligen Messe zuständig, also für die Liturgie, seine „großen Leidenschaft“, wie er verriet. Hier wird er nur noch rund ein Drittel des Aufwands betreiben müssen, wie in Dachau. Dies ist mit seiner Gesundheit besser vereinbar, und so hofft Denk, dass er „bis 70, also bis zur Rente“ weiterarbeiten kann.

Dachauer Nachrichten vom 18.01.2023 – Simone Wester

Ein Herzenswunsch von Pfarrer Denk beim Abschiedsgottesdienst

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