Viele Kontakte und tolle Bekanntschaften: Pfarrer Heinrich Denk an Fronleichnam 2022 auf der Pfarrwiese St. Peter. © Simone Wester

Nach mehr als zehn Jahren im Pfarrverband Heilig Kreuz/St. Peter hat Pfarrer Heinrich Denk zum Ende des Jahres Dachau verlassen.

Dachau – Am kommenden Sonntag, 15. Januar, ab 10 Uhr hat die Gemeinde die Gelegenheit, den Geistlichen in einem feierlichen Gottesdienst ein letztes Mal zu sehen. Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrsaal von Heilig Kreuz besteht dann die Möglichkeit, sich persönlich zu verabschieden. Die Dachauer Nachrichten sprachen noch einmal mit dem 65-jährigen gebürtigen Niederbayern.

Herr Pfarrer Denk, Sie haben aus gesundheitlichen Gründen bei Kardinal Reinhard Marx um Entpflichtung gebeten, ist das richtig?

Heinrich Denk: Das ist richtig. Ich habe mich nicht mehr in der Lage gefühlt, mit den mir verbliebenen Kräften einen Pfarrverband zu schultern. Die Entscheidung ist mir sehr, sehr schwer gefallen. Aber ich war ja die letzten zwei Jahre immer wieder krank, und das wollte ich meinen Mitarbeitern nicht mehr länger zumuten. Ich habe ja schon 2021 meinen Posten als Dekan aufgegeben, aber auch das hat nicht ausgereicht. Ich habe dann im März letzten Jahres den Kardinal um meine Entpflichtung gebeten.

Was werden Sie am meisten vermissen?

Ich habe im Laufe der Jahre viele persönliche Kontakte geschlossen und tolle Bekanntschaften gemacht. Diese menschlichen Kontakte gehen mir sehr ab, das schmerzt mich.

Seit wann sind Sie schon Priester?

Ich bin ein Spätberufener. Ich habe mit 18 Jahren beschlossen, das Abitur nachzuholen. Ich habe damals meinen Weg in Gottes Hand gelegt und mir gesagt: Wenn ich das Abitur schaffe, dann werde ich Priester. Ich hab’s geschafft, das war ein Wink von oben. Ich bin dann nach dem Abitur in den Kapuzinerorden eingetreten, bin also Ordensmann geworden, und habe in Eichstätt studiert. Als ich zum Priester geweiht wurde, war ich knapp 30. Ich war zuerst ordensintern an verschiedenen Stellen eingesetzt, unter anderem war ich zwei Jahre in Laufen an der Salzach. Danach kam ich nach München und war dort für ein paar Jahre Provinzsekretär und dann auch Student im Aufbaustudium. 2010 wurde ich zum Provinzökonom berufen. Pfarrer bin ich dann mit 53 Jahren geworden – 2010 in Dachau.

Was ist das Schönste an Ihrem Beruf?

Die Liturgie, also die Feier der Heiligen Messe und die Sakraments­spendungen. Und dann natürlich das Kennenlernen der Menschen in einer Pfarrgemeinde.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Ich werde als Pfarrvikar in einer Münchner Pfarrei tätig sein. Das heißt, ich helfe dem Pfarrer bei seinen priesterlichen Aufgaben und bin dort vor allem für die Feier der Heiligen Messe zuständig. Dazu kommen aber bei Bedarf auch Taufen und Eheschließungen. Solange meine Gesundheit mitmacht, bleibe ich Pfarrvikar. Als Priester geht man mit 70 in Rente.

Wie sehen Sie die Zukunft der katholischen Kirche und den Beruf des Pfarrers?

Ich sehe mit Sorge auf die Zukunft der deutschen katholischen Kirche, aber ich glaube fest daran, dass Jesus seine Kirche trägt, da lass’ ich mich nicht beirren. Die Kirche wird durchgetragen, wenn auch eventuell etwas verändert und verkleinert.

Was raten Sie jungen Männern, die überlegen, Priester zu werden?

Dieser Beruf lohnt sich auf jeden Fall. Er gibt dem Leben einen ganz, ganz tiefen Sinn. Man fühlt sich nie allein gelassen, sondern von Gott getragen. Es ist eine erfüllende, frohmachende Aufgabe.

Dachauer Nachrichten vom 09.01.2023 – Interview: Simone Wester

„Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen“

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