„Hauptsache, wir haben darüber geredet.“

Das sagen wir manchmal ironisch, wenn wir uns über eine schlimme Situation unterhalten haben, sie aber damit keinen Deut verbessern konnten. – Einfach, weil es nicht in unserer Hand liegt.

Wir feiern Ostern. Auferstehung.

Wie kann für uns Ostern werden, wenn unser Leben eigentlich gerade im Karfreitag stecken bleibt? Wenn wir es nicht in der Hand haben, unsere schlimme Lage zu ändern?

Das Evangelium erzählt uns eine Antwort in Bildern, in einer Geschichte.

Mitten in der Nacht, also mitten in ihrer Not gingen drei Frauen los – zum Grab. Der, den sie liebten, war tot. Das Leben, auf das sie so gehofft hatten, war abgebrochen. Mit einem Schlag war nichts mehr so, wie es vorher war.

Sie redeten miteinander. Unterm Gehen teilten sie ihre Sorgen. Es war so schwer. Sie fragten sich: „Wer könnte uns diesen schweren Stein wegwälzen?“

Und als sie ankamen, war alles anders. Die Sonne ging auf. Der Stein war weg. Das Grab war leer.

Was ist da passiert? Die Frauen sehen Jesus immer noch nicht. Trotzdem ist alles anders. Auf ihrem Weg zum Grab ist etwas geschehen. Sie sind in Kontakt gekommen. Mit den anderen Frauen, mit sich selber und dann mit einem Engel.

Dieses Evangelium, diese Frohe Botschaft zeigt uns, wie Auferstehung geht.

Auferstehung geschieht auf dem Weg. Im Gehen und im Reden. Unterwegs wird es hell.

Wir können die Auferstehungs-Erfahrung der Frauen, die zum Grab gehen, so zusammenfassen: Im Gehen und im Reden bringt die Nacht den Tag auf die Welt.

So betrachten wir die Auferstehung Jesu heute einmal von der anderen Seite aus. Von der Seite der Trauernden. Von der Seite derer, die ihr altes Leben und ihre Hoffnung verloren hatten.

Auferstehung ist auch ein Prozess, ein Vorgang, in uns. Ein Weg von der Nacht in den Tag. Ein Weg vom Verlust über die Trauer in neues Leben. Dieses neue Leben sieht anders aus als das alte. Und lange ist noch nicht klar, wie es denn dann genau sein wird. Aber wir bekommen einen Lichtblick. Dieser Lichtblick ist wie ein Engel, der die Dunkelheit des Grabes erhellt. Der uns spüren lässt: „Der Tod ist vorbei. Jesus lebt! Er ist uns nur vorausgegangen.“ Dieser Lichtblick ist wie ein Engel, der uns weiterschickt ins Leben – mit den Worten: „Geh! Erzähl es deinen Freunden!“

„Hauptsache, wir haben darüber geredet.“ Hilft Reden also doch?

Ja, auf jeden Fall. Es bringt uns dazu, aufzustehen und zu gehen! Und wenn es auch nur wieder ein Spaziergang zu zweit ist. Oder ein Gang zum Gottesdienst.

So kann doch Ostern werden. Zuverlässig geht die Sonne langsam wieder auf. Der Auferstehungsengel begegnet uns und sagt: „Jesus lebt! Das Leben geht weiter!“

Halleluja.

Angelika Elsen-Heck, Gemeindereferentin

Predigt in der Osternacht in St. Peter

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