Liebe Schwestern und Brüder!

Nun war schon der zweite Sonntag, an dem kein öffentlicher Gottesdienst in unseren Pfarrkirchen stattfinden konnte. Und es ist noch kein Ende abzusehen!

Seit der Nacht von vergangenem Freitag auf Samstag ist auch noch eine Ausgangsbeschränkung in Kraft getreten. Und so genannte Risikopatienten sollten schon seit einigen Tagen zuvor aus eigenem Interesse nicht mehr außer Haus gehen.

Es freut mich sehr, dass sofort Initiativen entwickelt wurden, um zu helfen. Junge Menschen aus unserem Pfarrverband haben sich zusammengetan zu einer Nachbarschaftshilfe. So wurde der ohnehin schon bestehende Dienst der Nachbarschaftshilfe deutlich verstärkt. Die Leiter und Leiterinnen von Wort-Gottes-Feiern haben geistliche Worte und Andachten ins Internet gestellt, damit auch aus den eigenen Pfarrkirchen und von eigenen Gemeindemitgliedern Worte der Verbundenheit und des Trostes angeboten werden. Vielmals Vergelt´s Gott dafür!

Auch die hauptamtlichen Seelsorger sind sofort mit Rat und Tat zur Stelle gewesen und leisten weiterhin wichtige Dienste. Auch hierfür sage ich herzlichen Dank!

Genauso bedanke ich mich bei unserem Verwaltungsleiter, bei unseren Sekretärinnen und unserem Sekretär, bei unserer Kirchenmusikerin und unserem Kirchenmusiker, bei unseren Gremien und deren Verantwortlichen und bei allen, die sich ehrenamtlich in unserem Pfarrverband einbringen für ihr Mitsorgen und Mithelfen in dieser jetzigen schwierigen Zeit.

Ich vermisse es sehr, dass wir uns zu keinem Gottesdienst mehr versammeln können. Ich vermisse die Gottesdienstgemeinschaft. Ich vermisse den persönlichen Kontakt zu Ihnen!

Ich hoffe, dass es Ihnen – jedem Einzelnen von Ihnen – soweit gut geht. Ich hoffe sehr, dass Sie mit der Einsamkeit  – bedingt durch den minimalen Kontakt mit Personen – gut zurechtkommen.

Die innere Verbundenheit untereinander kann glücklicherweise das Coronavirus nicht beeinflussen. Das Band der Verbundenheit zwischen Ihnen und Ihren Seelsorgern ist weiterhin vorhanden und keineswegs durchschnitten. Und erst recht die Verbundenheit im Gebet ist nicht durchtrennt, ja sogar – wie mir scheint – noch inniger geworden.

Wir wissen nicht, warum unser Gott das Coronavirus nicht stoppt, wir wissen nicht, warum es denn überhaupt auf dieser Erde wütet. Genauso wenig wie wir letztlich wissen, warum so viel Krankheit, Leid und Not, soviel Katastrophen die Welt und jeden von uns bedrängen. Wir können die äußeren Umstände nachverfolgen, ja, aber wir bekommen keine Antwort auf das „Warum das Ganze überhaupt?“

Wir können uns den Kopf darüber zerbrechen, um Antworten finden zu wollen auf die vielen „Warum“ in unserem Leben. Zufriedenstellende Antworten werden wir nicht finden. Ansätze zu einer Antwort wohl schon. Der freie Wille des Menschen und sein dadurch bedingtes Verhalten ist sicher eine wichtige Komponente zur Beantwortung unserer Frage, aber eben nur eine.

Wir gehen auf die Karwoche zu, auf das Feiern von Tod und Auferstehung Jesu Christi. Warum musste Jesus am Kreuz sterben? Warum geriet er in die Fänge der Politik und der Macht? Wir können eine geschichtliche Analyse machen und finden Antworten, warum alles so gelaufen ist wie es gelaufen ist. Wir können Handelnde der Geschichte ausfindig machen. Wir können angefangen von den religiösen Führern des Volkes Israel zur Zeit Jesu über Herodes bis hin zu Pontius Pilatus historisch das Warum herausfinden, aber das Warum, auf das wir von Gott gerne eine Antwort hätten, bleibt bestehen. Warum lässt du das alles zu, Gott? Bei Jesus, bei den Menschen und bei mir persönlich?

Wir können uns den Kopf darüber zerbrechen und finden doch keine richtige Antwort!

Aber eines sagt uns Jesus. Eines sagt uns der Glaube an ihn. Jesus hat in all seiner Hilfsbedürftigkeit und seiner Not gewusst: Mein Vater ist bei mir! Und das hat ihn alles überstehen geholfen.

Ja! Der Vater hat ihn aus dem Tod geholt. Er hat Jesus auferweckt. Jesus hat die Sünde, das Böse, die Not, das Leid, den Tod überwunden. Jesus lebt!

Greifen wir das Beispiel Jesu auf, meine Schwestern und Brüder, und nehmen wir unsere Zuflucht bei Gott! Dies ist kein billiger religiöser Spruch. Ganz im Gegenteil: In dieser innigen Beziehung zu Gott werden wir unser Leben und auch diese Krise meistern!

Wir werden keine Antwort finden auf die so drängende Frage nach dem Warum, aber wir werden von Gott getragen durch diese Zeit!

Meine Schwestern und Brüder!

Ich bin mit Ihnen im Gebet und im Glauben verbunden. Ich wünsche Ihnen viel Kraft aus diesem unserem Glauben und grüße und segne Sie!

Ihr Pfarrverbandsleiter Heinrich Denk
mit allen Seelsorgern im Pfarrverband

Wort zur Corona-Krise

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Hinweise: 1) Das Erzbistum München und Freising setzt alle öffentlichen Gottesdienste bis 19. April aus. 2) Das Pfarrbüro St. Peter ist bis auf weiteres für den Parteiverkehr geschlossen und nur per Telefon, Fax oder E-Mail erreichbar!