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Hl. Grab in der Pfarrkirche St. Peter (Foto: Robert Stark)

Jedes Jahr wird für Karfreitag und Karsamstag im Haupteingang der Pfarrkirche St. Peter ein Heiliges Grab aufgebaut. Nach der Karfreitagsliturgie findet eine würdige Prozession zum Heiligen Grab statt, um dort das Allerheiligste in der Monstranz auszusetzen. Anschließend hat jeder Kirchenbesucher die Gelegenheit dort im Knien oder Sitzen zu verweilen, um Jesu Tod zu gedenken und vor dem Allerheiligsten zu beten.

Was hat es mit diesem Brauch eigentlich auf sich und warum der große Aufwand für nur zwei Tage?

Bereits im 10. Jahrhundert wurden die ersten Heiligen Gräber in Kirchen errichtet. Man versuchte, die Grablegung Jesu – also eine Jesusfigur aufgebahrt in einer Höhle und später in einem offenen Sarg – darzustellen, um den Gläubigen eine Möglichkeit für Betrachtung und Anbetung zu bieten. Die Kirchenfenster wurden hierzu verdunkelt und prunkvolle Gemälde verhüllt. Im Vordergrund standen Trauer und Betroffenheit über den Kreuzestod Jesu.

Aber wir Christen verbinden mit dem Tod Jesu nicht nur Trauer, sondern auch die Hoffnung auf das ewige Leben. Deshalb sind die Gräber nicht nur dunkel und düster sondern man dekoriert sie mit frischem grünen Buchs, bunten Frühlingsblumen oder einem Meer von Hortensien. Um den Hoffnungsschimmer bildlich aufleuchten zu lassen, beleuchtet man Glaskugeln, die mit gefärbtem Wasser gefüllt sind, von hinten mit einem Teelicht. Dieser alte Brauch aus Bayern und Tirol geht viele Jahrhunderte zurück und soll einen Bogen spannen zwischen der Trauer um den Tod Jesu und der Freude auf das ewige Leben. Als einzige natürliche Lichtquelle zeigen sie uns die Verbindung zwischen dem Dunkel des Grabes und dem hellen Lichtschein der Auferstehung.

Robert Stark

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