Eine schöne Überraschung erlebten Christof Gattermann, Chef des Fördervereins St. Peter und sein Team kurz vor Veranstaltungsbeginn: Der Besucherstrom für den Abend „4 Hände, Wein und Tenor“ wollte gar nicht mehr abreißen.

4haendeweintenor_1
Foto: Wolfgang Sturm

Also war Improvisation angesagt. Schnell noch ein paar Stühle und Tische aufgestellt, weitere Sitzgelegenheiten herbeigezaubert, Deko und Geschirr verteilt und schon waren alle Gäste untergebracht. Eine heitere, gelöste Stimmung breitete sich alsbald im Saal aus. Wer wollte, konnte sich ein Glas oder mehr des vorzüglichen St.-Peter-Weins gönnen (Dornfelder und Weißer Burgunder aus der Pfalz), der extra zu diesem Anlass ausgeschenkt wurde.

4haendeweintenor_2
Foto: Wolfgang Sturm

Vier Hände, die Hände von Kirchenmusikern Gabriele Schneider und Beate Kremer, boten am Pfarrei eigenen Flügel Kleinode der Klaviermusik des 19. Jahrhunderts und des frühen 20. Jahrhunderts. Der Tenor, Bernhard Schneider, entführte die Zuhörer in die Welt der Operette mit Werken von Johann Strauß d. J. und Franz Lehar. Dabei bereiteten Schneiders launige Erläuterungen zu seinem jeweiligen Part dem Publikum ebenso viel Vergnügen wie die gesangliche Darbietung.

4haendeweintenor_3
Foto: Wolfgang Sturm

Als Eröffnung wählten die beiden Pianistinnen ein Stück aus Josef Rheinbergers Oper „Kalif Storch“, quasi als Übergang zu den Operettenmelodien. Die Tücken des aristokratischen Gastgebers besang Bernhard Schneider als Prinz Orlofsky aus der Fledermaus von Johann Strauß d.J. („Ich lade mir gern Gäste ein! …… S’ist mal bei mir so Sitte!“). Von den zehn Brahmswalzern aus op. 36, elegant am Flügel intoniert, wurde der Bogen gespannt zum Strauß‘schen Lagunenwalzer aus „Eine Nacht in Venedig“. Was ein Tenor alles macht, wenn er nicht singt, erfuhren die amüsierten Zuhörer im Auftrittslied des Barinkay aus dem Zigeunerbaron. Romantisch zauberhaft ging’s am Flügel weiter mit Stücken von Debussy, Ravel und Faure. Romantisches Verwechslungsspiel auch in der“ Nacht in Venedig“, als Schneider alias Caramello schmachtete: „Komm in die Gondel!“ Vom Stress des Diplomatendaseins erholt sich Graf Danilo in Lehars „Die lustige Witwe“ bekannterweise im Maxim. Keine Frau im Saal, die nicht an Schneiders Lippen hing, als er Johannes Heesters‘ Paraderolle „Da geh ich ins Maxim“ meisterte. Franz Schuberts Militärmarsch, vom Duo Kremer/Schneider kraftvoll dargeboten, rundete das Programm ab. Der Tenor verabschiedete sich mit „Freunde, das Leben ist lebenswert!“ aus Lehars „Giuditta“, die Damen mit dem Ungarischen Tanz von Johannes Brahms als Zugabe.

Am Ende gab es lang anhaltenden Applaus für einen kurzweiligen Reigen musikalischer Köstlichkeiten – gekonnt mit Charme und Leichtigkeit präsentiert!

4 Hände, Wein und Tenor im Pfarrsaal St. Peter

Beitragsnavigation


%d Bloggern gefällt das: